Tagesgeld-Vergleich: Über 500 Banken bieten keine Zinsen mehr

Die Coronakrise hat nicht nur an der Börse ihre Spuren hinterlassen. Während hier die Kurse sinken, wird auch das Geld auf vielen Tagesgeldkonten nicht mehr, sondern weniger. Über 500 Banken bieten keine Zinsen mehr auf das Ersparte. Einige verlangen sogar Minuszinsen für das angelegte Geld. Für viele Sparer lohnt es sich also, Anbieter zu vergleichen und im Zweifel zu wechseln. Die gute Nachricht: Es gibt Banken, bei denen das Tagesgeld noch attraktiv ist.

09.07.2020
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 09.07.2020
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Zahlen werden am Taschenrechner berechnet
© lovelyday12/www.shutterstock.com

Der Vergleich von rund 800 Banken und Sparkassen ist ernüchternd: 525 Tagesgeldprodukte bieten keine Zinsen für Anleger. Das hat eine aktuelle Verivox-Auswertung ergeben. Wenig überraschend ist es also, dass der durchschnittliche Zinssatz beim Tagesgeld nur 0,04 Prozent beträgt. Laut Verivox ist dieser Wert „historisch niedrig“. Anfang 2014 lag der Zinssatz im Schnitt noch bei 0,30 Prozent.

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Mehr Negativzinsen wegen Coronakrise?

Einige Banken machen bei den Nullzinsen jedoch nicht Schluss. Insgesamt 80 Banken und Sparkassen verlangen laut Verivox aktuell Minuszinsen auf das Ersparte (Stand April 2020). 23 Institute führten die Minuszinsen erst ab dem 9. März für Neukunden ein. „In der Corona-Krise hat sich der Trend zu Negativzinsen noch einmal spürbar beschleunigt“, zitiert t-online.de den Geschäftsführer von Verivox, Oliver Maier.

Eine Übersicht aller Tagesgeldprodukte mit 0,00% Zinsen finden Sie bei Verivox.

Negativzinsen auch für Kleinanleger

In der Vergangenheit wurden hauptsächlich Großanleger mit Negativzinsen belastet. Oft galt ein Freibetrag von 100.000 Euro oder mehr. Nur wer solche Summen anlegte, musste Minuszinsen zahlen. Doch der Trend zum Negativzins gilt mittlerweile auch für Kleinanleger. Laut Auswertung liegt der Freibetrag bei mehr als 15 Banken deutlich unter 100.000 Euro. Vier Banken erheben den Minuszins sogar ab dem ersten angelegten Euro: Die VR Bank Fürstenfeldbruck, die Volksbank Hameln-Stadthagen, die VR Bank Westmünsterland und die Steyler Bank.

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Symbolischer Zinssatz ist eigentlich Negativzins

Viele Banken und Sparkassen versuchen den Negativzins zu umgehen. Sie gewähren deshalb Zinssätze, die noch mit Biegen und Brechen über der Nullgrenze liegen. Tagesgelder zu 0,01 oder sogar 0,001 Prozent finden sich bei mehr als 200 Instituten. Bei einem Zinssatz von 0,001 Euro müsse ein Kunde zehn Jahre lang 10.000 Euro anlegen, um einen Zinsertrag von 1 Euro zu erzielen, so t-online.de

Das Vergleichsportal Verivox weist außerdem darauf hin, dass bei Nullzinsen oder sehr niedrigen Zinsen dennoch Geld verloren gehen kann. Denn obwohl das Tagesgeld normalerweise kostenlos ist, erheben viele Banken mittlerweile monatliche Gebühren. In Summe wirke sich dies wie ein Strafzins aus.

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Den richtigen Anbieter auswählen

Auch wenn der durchschnittliche Zinssatz fürs Tagesgeld aktuell bei 0,04 Prozent liegt – es gibt Banken, die ihren Kunden deutlich mehr Zinsen gewähren. „Bei Top-Anbietern gibt es aktuell immerhin 0,5 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld“, heißt es bei Verivox. Um finanzielle Rücklagen zu bilden und den Bedarf für plötzliche und unerwartete Ausgaben decken zu können, bietet sich das Tagesgeldkonto also durchaus an. Zu den Top-Anbietern gehört auch die Advanzia Bank - das Tagesgeldkonto wird hier mit 0,5 Prozent verzinst. „Aus einer Summe von 10.000 Euro erhalten Sparer bei diesem Zins immerhin 50 Euro im Jahr.“

Zu hoch sollte die Anlage jedoch nicht sein, denn die Zinseinnahmen können nicht notwendigerweise die Inflation ausgleichen. Als Rendite-Tipp empfiehlt die Stiftung Warentest deshalb das sogenannte Pantoffel-Portfolio, einen Mix aus dem Tagesgeldkonto und einem ETF-Sparplan. Während das Tagesgeldkonto für Sicherheit sorgt, verspricht das etwas risikoreichere Investment in ETFs oft Renditen von 5 bis 8 Prozent p.a.

Lesen Sie auch: Pantoffel-Portfolio: Bequem, einfach und effektiv

Die besten Tagesgeldkonten

Laut FOCUS Online stechen im Vergleich drei Tagesgelder hervor. Zu den besten Tagesgeldkonten mit Zinsgarantie gehören demnach

  • Die Advanzia Bank mit 0,50 Prozent für 6 Monate garantiert (Luxemburg, Top-Rating)
  • Die Renault Bank direkt mit 0,55 Prozent für 3 Monate garantiert (Frankreich, Top-Rating)
  • und die Ferratum Bank mit 0,60 Prozent für 6 Monate garantiert (Malta, kein Top-Rating)

„Die höchste Verzinsung beläuft sich momentan auf 0,50 Prozent – garantiert für ein halbes Jahr und mit der Sicherheit einer luxemburgischen Bank“, so das Fazit von FOCUS Online.

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