Preisprognose: Trotz Corona immer höhere Immobilienpreise bis 2030

Die Corona-Pandemie versetzt der Wirtschaft einen kräftigen Dämpfer. Auswirkungen auf den Immobilienmarkt scheint das vorerst aber nicht zu haben. Eine neue Prognose zeigt, dass die Preise weiter steigen werden. Wie teuer wird Wohneigentum in den nächsten 10 Jahren und welche Regionen sind besonders betroffen?

08.10.2020
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 08.10.2020
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Wohnen/Bayerns Landeshauptstadt München
© Alexas_Fotos/pixabay.com

In den meisten Regionen Deutschlands werden sich die Immobilienpreise bis 2030 weiter erhöhen. Das ergab eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), die von der Postbank in Auftrag gegeben wurde. „In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Wohnungsbesitzer demnach damit rechnen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt“, heißt es in der Presseinformation der Postbank.

Immobilien als sicherer Hafen: Corona-Pandemie wird daran nicht viel ändern

Die Prognose beruhe auf Daten, die vor der Corona-Pandemie erhoben wurden. An der errechneten Preisentwicklung dürfe die Pandemie allerdings nicht viel ändern, meinen die Experten des HWWI. Denn die steigenden Preise ergeben sich aus der nach wie vor hohen Nachfrage. Diese sei besonders in den „Big Seven“, den größten sieben Städten in Deutschland, hoch. Die Anziehungskraft der Metropolen sorge dafür, dass die Einwohnerzahlen in und um die Zentren stetig steigen.

Immobilien seien auch in Zeiten der Krise ein Stabilitätsanker, meint Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank. Denn die eigenen vier Wände bedeuten „gerade in schwierigen Zeiten Sicherheit und Unabhängigkeit. Das hat sich auch in vergangenen Krisen bestätigt, in denen sich Immobilien als sicherer Hafen erwiesen.“ Und das nicht nur finanziell: Durch die Corona-Pandemie gewinnt der eigene Rückzugsort noch mehr an Bedeutung. Eine eigene Immobilie heißt im Falle von sozialer Distanz, Quarantäne und Lockdown oft auch mehr Platz und Entfaltungsmöglichkeiten.

Hier steigen die Preise am höchsten

Die Prognose des HWWI stellte unter anderem die Top Ten der Preisentwicklung zusammen. Bezeichnend ist, dass die meisten davon in Bayern liegen. Nur drei von zehn Kreisen und kreisfreien Städten mit den höchsten Steigerungsraten befinden sich nicht in Bayern.

Rang

Stadt/Kreis

Bundesland

Preistrend in %

Preis pro qm 2019

1

Erding

Bayern

2,27

4.472,57

2

Landsberg am Lech

Bayern

2,06

4.014,60

3

München (Landkreis)

Bayern

2,01

6.043,45

4

Cloppenburg

Niedersachsen

2,00

2.141,51

5

Ebersberg

Bayern

1,96

5.151,73

6

Pfaffenhofen a.d. Ilm

Bayern

1,82

3.784,32

7

Heilbronn, Stadt

Baden-Württemberg

1,80

3.066,03

8

Potsdam, Stadt

Brandenburg

1,74

3.837,22

9

München, Stadt

Bayern

1,70

8.078,77

10

Rosenheim

Bayern

1,70

4.283,40

Quelle: Postbank; Prognose: Top Ten der Preisentwicklung in den Regionen 2019-2030; Reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent in deutschen Kreisen und Städten



Preisentwicklung in den „Big Seven“ der deutschen Städte

Was die Immobilienpreise in deutschen Städten betrifft, bleibt München der Prognose nach zweifellos Spitzenreiter. Schon 2019 mussten Käufer hier rund 8.079 Euro pro Quadratmeter zahlen. Bis 2030 sollen die Preise pro Jahr noch einmal um 1,70 Prozent steigen. Damit hebt sich die Steigerung deutlich von den restlichen „Big Seven“ ab – als nächstes kommt Düsseldorf mit 1,21 Prozent pro Jahr.

Rang

Stadt

Preistrend in %

Preis pro qm 2019

1

München

1,70

8.078,77

2

Düsseldorf

1,21

4.118,32

3

Köln

1,06

3.967,09

4

Berlin

1,00

4.638,89

5

Hamburg

0,95

5.054,23

6

Stuttgart

0,91

4.589,24

7

Frankfurt a.M.

0,80

5.686,62

Quelle: Postbank; Prognose: Preisentwicklung in den „Big Seven“ der deutschen Städte 2019-2030; Reales Preiswachstum pro Jahr in Prozent

Abseits der „Big Seven“: Weitere Top-Städte am Immobilienmarkt

Auch andere Großstädte werden auf dem Immobilienmarkt immer beliebter. Obwohl die „Big Seven“ nach wie vor eine hohe Anziehungskraft haben, wirken die hohen Prise laut Eva Grunwald auf viele Interessenten abschreckend. „Kleine Zentren werden verstärkt in Betracht gezogen und gewinnen an Attraktivität.“ Laut Prognose liegen die jährlichen Steigerungsraten in folgenden Städten über 1 Prozent:

  • Heilbronn
  • Potsdam
  • Leipzig
  • Freiburg im Breisgau
  • Münster
  • Dresden
  • Ingolstadt
  • Mainz
  • Landshut
  • Memmingen

Im Osten sinken die Preise

Doch nicht überall klettern die Immobilienpreise aufwärts. In ostdeutschen Regionen geht der Trend eher in die entgegengesetzte Richtung. Grund dafür sind Bevölkerungsrückgänge, die für bestimmte Regionen prognostiziert wurden. Teilweise beträgt der jährliche Preistrend hier zwischen -1,3 und -2,5 Prozent.

Auf der Infografik zum Postbank Wohnatlas können Sie sich einen Überblick über die Entwicklungen in den einzelnen Regionen Deutschlands verschaffen.

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