Nachhaltiges Girokonto: Banken mit ethischen und ökologischen Kriterien

Viele Menschen vertrauen auf ihre Hausbank: Gleich um die Ecke, mit bekannten Gesichtern und einem geborgenen Gefühl. Doch das ist längst nicht alles, was eine gute Bank ausmacht. Bankkunden, die Wert auf Nachhaltigkeit und Ethik legen, sollten noch einmal überdenken, ob ihr Geld bei der Bank um die Ecke wirklich am besten aufgehoben ist. Denn worüber viele nicht nachdenken: Was macht die Bank überhaupt mit meinem Geld?

  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 21.10.2020
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Geldkarte
© mastersenaiper/pixabay.com

Beim Girokonto kommt es den meisten Verbrauchern vor allem darauf an, dass es unkompliziert und günstig ist. Das eigene Geld liegt auf dem Konto und ist auf Abruf bereit. So die oberflächliche Wahrnehmung des Bankkunden. Doch was genau hinter den Kulissen mit dem Geld passiert, wissen nur die wenigsten.

Banken mit fragwürdigen Investments

Viele Banken sind alles andere als nachhaltig. Dazu gehören vor allem große Geldhäuser, die überall in Deutschland verbreitet sind. Viele Institute investieren in fragwürdige Projekte, Geschäfte und Unternehmen. So ist zum Beispiel nicht auszuschließen, dass Ihre Bank von Atomkraft, Rüstungsgeschäften oder Unternehmen mit schlechten Arbeitsbedingungen und Umweltstandards profitiert.

Wie Ihr Geld zum Beispiel für Rüstungsexporte genutzt werden kann, erfahren Sie in einer Ausarbeitung des Fair Finance Guide.

Nachhaltige Banken holen langsam auf

Wie der Verband Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) berichtet, steigt das Einlagevolumen der nachhaltigen Banken langsam aber sicher an. Die Kundeneinlagen von 16 nachhaltigen Banken betrugen Ende 2018 noch 2,3 Milliarden Euro weniger als ein Jahr später. Ende 2019 beliefen sich die Einlagen auf 40,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zu allen deutschen Banken, die allein im ersten Quartal 2020 auf ein Einlagevolumen von fast 1.600 Millarden Euro kamen, ist das natürlich überschaubar. Doch ein Aufwärtstrend ist deutlich zu erkennen.

Nachhaltige Banken im Überblick

Die Verbraucherzentrale Bremen hat eine Übersicht über Banken mit Nachhaltigkeitsstandards erstellt.

Girokonten mit Online-Kontoführung

Bank

Produkt

Grundpreis pro Monat

Girokarte pro Jahr

Jahresgebühr

Dispozins p.a.

Bank für Kirche und Caritas

Girokonto Komfort

4,00 €

5,00 €

53,00 €

5,73 %

Bank für Kirche und Diakonie

PrivatGiro Online

2,90 €

5,00 €

39,80 €

6,31 %

Bank für Orden und Mission

Girokonto

5,00 €

12,00 €

72,00 €

9,96 %

Bank im Bistum Essen

BIB GiroOnline

0,00 €

0,00 €

0,00 €

6,81 %

DKM Darlehnskasse Münster

Girokonto Online

2,00 €

0,00 €

24, 00 €

6,05 %

EthikBank

Girokonto

8,50 €

15,00 €

117,00 €

7,50 %

Evangelische Bank

Girokonto
EB-Online

2,95 €

9,00 €

44,40 €

7,00 %

Evenord Bank

e-Onlinekonto

2,90 €

12,00 €

46,80 €

8,75 %

GLS Bank (erhebt 60 € Kundenbeitrag pro Jahr)

Privatgirokonto
Beitrag

3,80 €
5,00 €

15,00 €

120,60 €

0,00 %

Pax-Bank

PaxClassicOnline

3,50 €

0,00 €

42,00 €

6,58 %

Steyler Bank

Ethik-Girokonto

5,00 €

8,00 €

68,00 €

8,00 %

Triodos Bank


Girokonto

5,50 €

15,00 €

81,00 €

6,73 %

Erklärung: Die Jahresgebühr ergibt sich aus dem Grundpreis pro Monat x 12 und der Gebühr für die Girokarte.



Wodurch wird eine Bank überhaupt nachhaltig?

Nachhaltige Banken legen ihren Handlungen und Finanzgeschäften ethische und ökologische Kriterien zugrunde. Für den Oberbegriff „Nachhaltigkeit“ gibt es keine einheitliche Definition. Deshalb kann jede nachhaltige Bank selbst festlegen, welche Kriterien rund um Umwelt und Soziales sie einhalten möchte. Nachhaltige Banken legen in der Regel offen, welche Projekte und Branchen sie finanziell unterstützen. So ist es für Kunden möglich, genau zu unterscheiden, welche Bank die richtige für sie ist. Die meisten nachhaltigen Banken schließen nicht nur fragwürdige Investments aus. Oft werden auch Kredite speziell an nachhaltige Projekte und Unternehmen vergeben. Das Geld fließt also beispielsweise nicht in den Waffenexport, sondern fördert erneuerbare Energien, ökologische Weiterentwicklung oder Projekte im sozialen Bereich, zum Beispiel rund um Bildung, Altenpflege oder Gesundheit.

Auch konventionelle Banken müssen nachziehen

Nachhaltigkeit liegt im Trend und wird immer mehr Menschen immer wichtiger: Das müssen auch konventionelle Banken und Geldinstitute erkennen. Der öffentliche Druck führt dazu, dass auch hier immer öfter unethische und klimaschädliche Geschäfte ausgeschlossen werden. Dennoch beteiligt sich nach wie vor ein Großteil der deutschen Geldinstitute an der Atom-, Kohle- und Rüstungsindustrie.

Das Onlineportal fairfinanceguide.de listet auf seiner Website 16 Banken auf und bewertet sie nach ihren Nachhaltigkeitsstandards. Das Onlineportal wird von der Verbraucherzentrale Bremen, der Organisation Facing Finance und dem Südwind-Institut betrieben. Auffällig an der Auflistung: Die Nachhaltigkeitsbanken GLS Bank, EthikBank, Triodos Bank, Bank für Kirche und Diakonie und Pax-Bank schneiden mit 80 bis 95 Prozent ab.

Über 50 Prozent der Nachhaltigkeitsstandards erfüllen nur 3 konventionelle Banken: Die ING mit 55 Prozent, die LBBW mit 53 Prozent und die Sparkasse KölnBonn mit 52 Prozent.

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