Photovoltaik als Geldanlage – gut fürs Klima und die Rendite

Der Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach gibt ein großes Stück Unabhängigkeit von den Versorgern und senkt die Stromrechnung deutlich. Mit einigen CO2-Einsparungen leisten die Besitzer zudem ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz. Genauso kann die Photovoltaik einiges für die Kapitalanlage leisten – die Technik amortisiert sich nach einigen Jahren, wirft danach sogar Geld ab und kommt damit zumeist auf attraktive durchschnittliche Renditen.

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  • 21.10.2020
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Blume und Solaranlage
© gerhardt12/pixabay.com

Im Jahr 2019 trug die Photovoltaik bereits gut neun Prozent zur gesamten deutschen Stromproduktion bei. Dazu waren etwa 1,7 Millionen Anlagen im ganzen Land installiert – viele davon auf den Dächern privater Eigenheimbesitzer.

Voraussetzungen für die Installation einer Photovoltaikanlage

Um selbst mit Sonnenenergie Strom zu erzeugen, braucht es nicht viel:

  • eine Dachfläche, die nicht zu stark von Bäumen oder anderen Gebäuden beschattet wird
  • idealerweise nach Süden ausgerichtet und
  • mit einer Dachneigung zwischen 30 und 45 Grad

Flachere Dächer mit mehreren Photovoltaik-Modulen in Ost- und Westrichtung angebracht können sogar den ganzen Tag über Solarstrom liefern und hohe Anteile zur Stromversorgung des Haushalts beitragen. Größere Anlagen werden zudem günstiger in Bezug auf ihre Nennleistung in Kilowatt Peak (kWp). Dabei sind die Preise für die Anlagen seit Jahren rückläufig. In den ersten Jahreshälfte 2020 mussten Sie etwa 1300 Euro pro kWp investieren.

Zusammen mit der immer besseren Effizienz der Technik macht diese Preisentwicklung die zunehmend sinkende Einspeisevergütung mehr als wett und bewahrt die Attraktivität der Photovoltaik als private Kapitalanlage.

Selbst Stromerzeuger werden

Wer mit einer Photovoltaikanlage Strom in das öffentliche Netz einspeist, erhält dafür nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Vergütung. Zu Beginn der Förderung kurz nach der Jahrtausendwende betrug sie noch rund 60 Cent pro Kilowattstunde. Durch wachsende Anlagenzahl und Kapazitäten sank sie im Laufe der Jahre auf 8,64 Cent pro kWh Mitte 2020. Die Vergütung wird viermal im Jahr von der Bundesnetzagentur jeweils für die nächsten drei Monate angepasst und sinkt dadurch stetig weiter.

Eigentlich sollte die Vergütung diesen Sommer sogar komplett wegfallen, aber die Abschaffung wurde gerade erst von Bundestag und Bundesrat gekippt. Die Installation einer Photovoltaikanlage (bis 10 kWp) sichert also wie gehabt für volle 20 Jahre die Einspeisevergütung in der jeweils bei Inbetriebnahme geltenden Höhe.

Solaranlagen sammeln natürlich nur tagsüber Sonnenenergie ein, den dann ein Wechselrichter in den haushaltsüblichen Wechselstrom verwandelt. Der eigene Stromverbrauch muss darauf angepasst werden, um möglichst viel Solarstrom auszunutzen. Das spart etwa 15 bis 18 Cent pro Kilowattstunde gegenüber dem Verbrauch von Netzstrom ein. Überschüssiger Strom fließt direkt in das öffentliche Stromnetz und wird Ihnen vergütet – falls Sie keinen Batteriespeicher installiert haben.

Auch Besitzer dieser Speicher sind aber nicht vollkommen autark. Statt sonst etwa 20 bis 30 Prozent erreichen Sie mit den Speichern durchschnittliche Selbstversorgungsquoten von 50 bis 70 Prozent. Der genaue Anteil bleibt letztlich eine Kostenfrage, denn die Speicher sind relativ teuer. Die Speicherkapazität von nur einer Kilowattstunde kostet heutzutage etwa 1000 bis 1500 Euro. Nach etwa zehn bis 15 Jahren brauchen Sie zudem neue Speicher. Solange die Batteriepreise nicht um mindestens die Hälfte sinken, fällt die Wirtschaftlichkeitsrechnung einer Photovoltaikanlage inklusive Speicherung deswegen immer schlecht aus.

Ohne Batteriespeicher sieht das jedoch ganz anders aus und der eigene Solarstrom kann zu einer guten, langfristigen Geldanlage mit drei bis vier Prozent jährlicher Rendite werden. Das Startkapital für die Photovoltaikanlage und ihren Einbau müssen Sie nicht einmal mitbringen. In Niedrigzinszeiten lohnt sich sogar eine Finanzierung.



Rechenbeispiel für die Geldanlage mit Photovoltaik

Sie besitzen beispielsweise 50 Quadratmeter gut nutzbare Dachfläche. Bei dieser Größe lassen sich in der Regel 20 Solarmodule aufsetzen. Diese erreichen zusammen eine Nennleistung von 5,6 kWp. Als Lebensdauer der Anlage sind 20 Jahre eine realistische Annahme. Für diesen Zeitraum erhalten Sie außerdem eine garantierte Einspeisevergütung. Daneben verbrauchen Sie in Ihrem Haushalt selbst 3600 kWh Strom jährlich – das entspricht etwa dem Verbrauch eines Haushaltes mit drei Personen.

Dann entsteht für Kosten und Erträge in den nächsten 20 Jahren ungefähr diese Rechnung bei einer Finanzierung mit zehn Jahren Laufzeit zu einem Zinssatz von 3,0 Prozent p.a.:

7200 Euro Kaufpreis der Solaranlage inklusive Installation (ohne USt) oder Betrag der Darlehenstilgung
+ 1900 Euro Kosten für Betrieb oder Wartungen
+ 1140 Euro Darlehenszinsen bei voller Finanzierung

= 10.240 Euro Gesamtausgaben beziehungsweise Investition

Dem stehen folgende Einnahmen und Einsparungen auf Basis der Nennleistung Ihrer Anlage, der durchschnittlichen 2020er Einspeisevergütung und den aktuellen Strompreisen gegenüber:

6.900 Euro Erlös aus der Einspeisevergütung
+ 9.800 Euro Einsparung durch den selbst erzeugten Strom bei 25 Prozent Ausnutzung

= 16.700 Euro Einnahmen

Übrigens: Wer schon konkrete Pläne für seine Photovoltaikanlage vor Augen hat, kann den Photovoltaik-Rechner der Stiftung Warentest nutzen, um die Rendite auszurechnen.

Fazit zur Geldanlage mit Photovoltaik

Ihr Ertrag nach 20 Jahren erreicht also in diesem Beispiel 6460 Euro. Das ergibt knapp 3,5 Prozent jährliche Rendite.

Noch gar nicht berücksichtigt sind dabei die Wertsteigerung Ihrer Immobilie oder die Steuerersparnis durch Abschreibungen und der sicher weiter steigende Strompreis. Ihr Geld ist hier also in vielerlei Hinsicht gut angelegt und Sie können durch KfW-Förderkredite für erneuerbare Energie sogar schon ab knapp über einem Prozent effektiven Jahreszins noch wesentlich günstiger inklusive tilgungsfreiem Anlaufjahr finanzieren.

Nach diesem Schema können Sie die Rentabilität jeder Photovoltaikanlage individuell bestimmen. Aber:

Mit dem Einbau eines Stromspeichers sinkt die Rendite in jedem Fall stark. Ergänzen Sie die Beispiel-Anlage mit einem Batteriespeicher von nur 5 kWh, verdoppeln sich die Investitionskosten nahezu. Die Amortisationszeit steigt auf rund 17 Jahre, während sich die Rendite etwa halbiert – und dabei ist nicht einmal eingerechnet, dass Sie wahrscheinlich schon nach gut 15 Jahren einen neuen Speicher kaufen müssen.

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