Solarpflicht für Dächer: Berlin macht den Anfang

Hausbesitzer und solche, die es werden möchten, könnten bald verpflichtet werden, eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren. In Planung ist die Solarpflicht aktuell in Berlin – und zwar für Neubauten oder Dächer, die saniert werden. Andere Bundesländer wollen nachziehen.

06.01.2021
  • Lesezeit ca. 1:30 Minute
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  • 06.01.2021
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Mann und Frau vor Notebook
© Andrey_Popov/www.shutterstock.com

Der rot-rot-grüne Berliner Senat hat unter Vorlage von Bürgermeisterin Ramona Pop das „Solargesetz Berlin“ auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass bei Neubauten und sanierten Dächern ab dem 1. Januar 2023 Photovoltaikanlagen installiert werden müssen. Das soll für alle Gebäude gelten, die mindestens 50 Quadratmeter Nutzfläche haben und deren Dächer für eine Solaranlage geeignet sind.

Baukosten steigen durch Solarpflicht

Die Verpflichtung zur Installation einer Photovoltaikanalage macht sich natürlich auf dem Konto von Hausbesitzern und Hausbesitzerinnen bemerkbar. Laut Pop seien die Beträge aber im „tolerierbaren Bereich“, wie aus Medienberichten hervorgeht. Eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus mache mit ca. 7.800 Euro im Schnitt ungefähr drei Prozent der Gesamtkosten aus. Bei einem Mehrfamilienhaus steigen die Baukosten laut Pop lediglich um einen Prozent an, eine Solaranlage koste hier um die 20.000 Euro.

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Gibt es Ausnahmen von der Solarpflicht?

Die Solarpflicht soll nicht für Gebäude gelten, deren Nutzfläche kleiner als 50 Quadratmeter ist. Außerdem soll es Ausnahmen für Häuser geben, deren Dächer nicht für Photovoltaikanlagen geeignet sind. Wenn die Installation also technisch nicht möglich oder sinnvoll ist, kann eine Befreiung von der Pflicht ausgesprochen werden. Das soll wahrscheinlich über die Senatsverwaltung erfolgen.



25 Prozent mehr Solarstrom bis 2050

Für öffentliche Gebäude gilt die Solarpflicht in Berlin bereits. Das neue Gesetz solle bewirken, dass Solaranlagen zu einem ganz natürlichen Bestandteil von Neubauten werden. Wie rbb24 berichtet, gibt es in Berlin laut Ramona Pop (Grüne) rund 2.300 Neubauten pro Jahr. „Wenn die Solarpflicht bei allen angewendet werde, ließen sich in den nächsten fünf Jahren rund 37.000 Tonnen CO2 einsparen.“

Das „Solargesetz Berlin“ ist Bestandteil eines größeren Plans, den der Senat bereits im März 2020 beschlossen hat. Der sogenannte „Masterplan Solarcity“ sieht mehrere Maßnahmen vor, damit der Verbrauch von Solarstrom bis spätestens 2050 auf 25 Prozent anwächst.

Auch andere Bundesländer planen Solarpflicht

Medienberichten zufolge wollen auch andere Bundesländer nachziehen. Aus einer Pressemitteilung der Deutschen Presseagentur geht hervor, dass auch Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg oder Bremen ähnliche Pläne verfolgen – jedoch in „unterschiedlicher Ausprägung“.

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