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Haus als Geldanlage: 6 Fehler bei der Finanzierung vermeiden

Überall klagen Menschen über niedrige Zinsen. Außer, wenn es ums Baugeld geht. Immobilienkredite gibt es aktuell so günstig, dass von einem historischen Rekordtief die Rede ist. Wer das einmal verinnerlicht hat, kann aufhören, sich über die niedrigen Zinsen zu ärgern und sie stattdessen für sich nutzen.

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  • 18.10.2018
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Gebäude
© nattanan23/pixabay.com

Wenn Sparer wegen Inflation und Niedrigzinsen Minus machen, obwohl sie regelmäßig in Sparbücher, Tages- oder Festgeldkonten einzahlen, macht das Sparen weder Sinn noch Freude. Die Mutigen drängt es an den Aktienmarkt. Und wer sich das nicht traut, schaut in die Röhre. Es sei denn, er lässt die Niedrigzinsen für sich arbeiten.

Eigenheim oder Renditeobjekt

Ein Haus kann sich in vielerlei Hinsicht als Geldanlage lohnen. Als Eigenheim kann es Bestandteil der Altersvorsorge sein. Mehrfamilienhäuser in beliebten Wohngegenden können hingegen hohe Mieteinnahmen erzielen. Ein Ferienhaus, das teilweise selbst genutzt und teilweise vermietet wird, kombiniert beide Vorzüge: Rendite durch Mieteinnahmen und mögliches Eigenheim im Alter.

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Wenn Sie bereits ein bisschen Geld angespart haben und es vor den Auswirkungen der Inflation retten wollen, können Sie es hervorragend als Eigenkapital für eine Immobilie nutzen. Wichtig ist, dass die weitere Finanzierung gut durchdacht ist.

6 Fehler, die Sie vermeiden müssen

1. Kein Kassensturz

Wer sich für den Bau oder den Kauf eines Hauses interessiert, sollte sich einen genauen Überblick über seine Finanzen verschaffen. Es genügt nicht, die monatliche Belastungsgrenze grob einzuschätzen. Es muss genau festgelegt werden, welche finanziellen Mittel über einen langen Zeitraum zur Verfügung stehen. Um herauszufinden, wie teuer die Immobilie sein darf, stellen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben detailliert gegenüber. So finden Sie heraus, wie viel Geld Sie für den Abtrag des Immobilienkredits erübrigen können. Wer sein Geld in ein Eigenheim investieren möchte, kann als ersten Anhaltspunkt für die monatliche Belastung die aktuelle Kaltmiete heranziehen. Wenn das Haus vermietet werden soll, dienen die Mieteinnahmen als Orientierung.

Achtung: Kalkulieren Sie Ihre sonstigen Ausgaben großzügig ein. Kaufnebenkosten, Wohnkosten, Lebenshaltungskosten und unregelmäßige Ausgaben für Versicherungen, Auto, Urlaub und Kleidung sollten lieber zu hoch als zu niedrig angesetzt werden. Rechnen Sie außerdem nicht mit Lohnextras oder möglichen Gehaltserhöhungen. Diese sind nicht garantiert und sollten deshalb auch nicht als Stütze für die Finanzierung gelten.

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2. Kein Eigenkapital

Ein Kauf ohne Eigenkapital ist riskant. Grundsätzlich wird daher empfohlen, dass Eigenkapital in Höhe von 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises zur Verfügung stehen sollte. Je höher das Eigenkapital, desto günstiger wird auch das Darlehen. Wenn Sie zu wenig Eigenkapital in die Finanzierung einbringen, übersteigen die monatlichen Kosten schnell Ihre Belastungsgrenze.



3. Keine Förderung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Erwerb von Wohneigentum fördern zu lassen. Sowohl Bund und Länder als auch kirchliche Institutionen kommen als Ansprechpartner infrage. Unter anderem können Sie folgende Möglichkeiten in Betracht ziehen:

  • Wohn-Riester: Für Riester-Sparer gibt es vom Staat einen Zuschuss von 175 Euro pro Jahr. Familien mit Nachwuchs erhalten weitere Zulagen für jedes Kind.
  • Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt besonders günstige Kredite für den Erwerb von Wohneigentum. Es gibt mehrere Programme, die sich für verschiedene Vorhaben eignen.
  • Die Kirche unterstützt Bauherren, indem sie Grundstücke mit Erbbaurecht vergibt. Die Anschaffungskosten für das Grundstück entfallen. Dafür wird jedoch eine monatliche Pacht fällig.

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4. Kleine Tilgungsraten

Der Tilgungssatz darf nicht zu niedrig ausfallen. Denn je geringer er ist, desto länger brauchen Sie, um den Kredit abzuzahlen. Viele Anbieter werben mit 1-prozentiger Tilgung. Das wirkt zunächst verlockend, weil die monatlichen Kosten sehr gering sind. Dadurch zieht sich aber die Laufzeit in die Länge. Eine 2- bis 3-prozentige Tilgung ist empfehlenswert. Auf diese Weise sind Sie schneller schuldenfrei und können einiges an Zinskosten sparen.

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5. Kurze Zinsbindung

Achten Sie beim Vertragsabschluss auch darauf, eine möglichst lange Zinsbindung zu vereinbaren. So können Sie sich die aktuell sehr günstigen Zinsen für die Zukunft sichern. Durch eine lange Zinsbindung steigen zwar die monatlichen Kosten leicht an. Allerdings verringert sich auch das Risiko. Denn es kann zu Problemen kommen, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt und dann Ihre Zinsbindung ausläuft. Sie müssen dann viel höhere Kosten bewerkstelligen.

6. Keine Vergleiche

Viele Interessenten lassen sich zunächst bei Ihrer Hausbank beraten. Dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings können Ihnen viel günstigere Angebote entgehen, wenn Sie sich blind auf Ihre Hausbank verlassen. Holen Sie deshalb auch Angebote von anderen Anbietern ein und vergleichen Sie diese in Ruhe.


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