Grün ist das neue Schwarz: Deutsche Börse führt „Green Bonds“ ein

Umweltfreundliche Geldanlagen sind im Aufschwung. Seit einigen Jahren erfreuen sie sich nicht nur bei Anlegern, sondern auch bei Anbietern zunehmend an Beliebtheit. Das hat auch die Deutsche Börse erkannt und wirbt mit „grünen Anleihen“.

15.11.2018
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 15.11.2018
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Grüne Kapitalanlage
© nattanan23/pixabay.com

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Das spüren wir fast überall im alltäglichen Leben. Ökologische und nachhaltige Aspekte finden immer mehr Einzug in Bereiche wie Ernährung, Wohnen, Freizeit, Urlaub, Mobilität, Kommunikation und Mode.

Dieselverbot, E-Mobility, Fairtrade und Bio sind nur einige Begriffe, die den immer größer werdenden Stellenwert von Nachhaltigkeit unterstreichen. Auch „Green Bonds“ gehören mittlerweile dazu.

Öko-Geldanlage immer beliebter

Die Nachfrage nach ökologischen und nachhaltigen Geldanlagen wächst weltweit. Von grünen Sparbriefen bis hin zu Fonds ist alles dabei. Besonders im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es viele Möglichkeiten, Geld umweltbewusst anzulegen. Solar-, Windkraft- und Biogasanlagen werden nicht selten von Privatanlegern mitfinanziert.

Wer sein Geld nachhaltig anlegt, hat dabei nicht nur hohe Erträge im Blick. Wichtig ist vor allem, dass gewisse ökologische sowie ethische und soziale Kriterien eingehalten werden. Anleger, die in Aktienfonds investieren, können zum Beispiel darauf achten, dass faire Bedingungen für Mitarbeiter herrschen oder dass das Unternehmen auf umweltschonende Produktionsweisen setzt. Unternehmen, die Kinderarbeit unterstützen oder Waffen herstellen, können aus dem Fonds ausgeschlossen werden.

Warum sich nachhaltige Geldanlagen lohnen

Häufig wird angenommen, dass nachhaltige Geldanlagen zwar dem Gewissen helfen, aber nicht dem Portemonnaie. Natürlich spielen, wie bei jedem Investment, verschiedene Faktoren für den Erfolg eine Rolle. Auch die nachhaltige Geldanlage unterliegt Schwankungen und Risiken. Langfristig betrachtet ergeben sich für Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, eher Vorteile als Nachteile. Denn Unternehmen, die unter ökologischen Kriterien arbeiten, vermeiden zum Beispiel Klagen wegen Umweltverschmutzung. Damit ist das Risiko nachhaltiger Unternehmensanleihen oft geringer.

Deutsche Börse springt auf Öko-Zug

Die Deutsche Börse hat diesen Trend nun aufgegriffen, indem sie ein neues Segment für „Green Bonds“ vorstellte. Auf diese Weise soll es Investoren noch leichter gemacht werden, ihr Geld nachhaltig anzulegen.

Die International Capital Market Association (ICMA) gibt Richtlinien für sogenannte „Green Bonds“ vor, an denen sich die Deutsche Börse orientiert hat. Diesem „Green Bond Principles“ zufolge dürfen Wertpapiere nur als „Green Bonds“ eingestuft werden, wenn ihre Emissionserlöse ausschließlich der Finanzierung grüner Projekte dienen.

Im neuen Segment der Deutschen Börse gibt es vorerst 150 Anleihen, die den Richtlinien entsprechen. Es handelt sich dabei um Anleihen, mit denen sowohl Banken als auch Unternehmen, Städte und Staaten Projekte und um Klima- und Umweltschutz finanzieren.



Auswahl an Green Bonds

Die angebotenen Green Bonds stammen unter anderem von der Europäischen Investitionsbank, der Deutschen Hypothekenbank, der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), dem Autohersteller Toyota, der Stadt Göteborg oder Staaten wie Belgien und Frankreich. Während Toyota zum Beispiel umweltfreundliche Motoren fördert, setzt sich die Stadt Göteborg für Wasserfilter, Biosgasanlagen und Elektro-Autos für städtische Firmen und die Verwaltung ein.

Hier finden Sie eine Auflistung der 150 angebotenen Anleihen

„Öko“ ist nicht gleich Öko

Anleger, die wirklich Wert darauf legen, dass ihre Geldanlage nachhaltig ist, sollten sich gut informieren. Denn nicht alles, was sich „Öko“ nennt, ist es auch. Zwar erleichtert das neue Segment der Deutschen Börse die Auswahl. Allerdings handelt es sich bei „Green Bonds“ nicht um eine standardisierte Anlageform. Für den Begriff „nachhaltige Anleihen“ gibt es zwar die oben erwähnte Richtlinie – aber keine allgemein gültige Definition.

Das Klimarating Climetrics der Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) und des Klimaschutzunternehmens ESS-Ethix Climate Solutions hilft bei der Auswahl. Hierbei handelt es sich um das weltweit erste Ranking, das Anlegern die Möglichkeit gibt, die Klimafreundlichkeit von Fonds und Unternehmen zu bewerten.

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