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Für ein besseres Klima sparen: Wie Sie in Nachhaltigkeit investieren

Greta Thunberg hat es vorgemacht und viele Schüler sind ihr gefolgt: Die Fridays-for-Future-Bewegung hat das Thema Klimawandel in den Fokus gerückt. Und dabei geht es nicht nur um nachhaltige Mobilität, die Nutzung erneuerbarer Energien oder den Kauf regionaler Produkte. Auch bei Anlegern stehen Ökologie und Ethik hoch im Kurs.

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  • 11.09.2019
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Wald
© Free-Photos/pixabay.com

Insgesamt sei die Bereitschaft, in nachhaltige Geldanlagen zu investieren, groß. Das hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in einer von ihr in Auftrag gegebenen repräsentativen Online-Umfrage im Dezember letzten Jahres ermittelt. 38 Prozent der Befragten hätten den Begriff „nachhaltige Geldanlagen“ gekannt. Die Definition von „grünen“ Anlagen wird jedoch sehr individuell gesehen.

Geldanlage bei einer klimafreundlichen Bank

Wer sich mit all seinen Geldanlagen in Richtung Klimafreundlichkeit ausrichten will, muss in erster Linie Geduld haben: Langfristig angelegte Gelder von heute auf morgen zu kündigen, ist aufgrund der drohenden Verluste kein guter Rat. Gut beraten ist dagegen jeder potentielle Klimaschützer damit, die Umstellung Stück für Stück anzugehen. Eine Möglichkeit ist eine sogenannte klimafreundliche Bank, die sich bei allen Geschäften auf ihre eigenen Nachhaltigkeitskriterien konzentriert. Ökologische, ethische und soziale Aspekte stehen dabei im Vordergrund.

Die Fachzeitschrift Finanztest von Stiftung Warentest hat vier Banken ermittelt, die die Förderung von Erdöl und den Betrieb von Kohlekraftwerken ausschließen:

  • GLS Bank
  • ProCredit Bank
  • Triodos Bank
  • Umweltbank

Waffen und Rüstung würden generell zu den Ausschlusskriterien nachhaltiger Banken gehören. Bei den meisten würden Atomkraft oder Unternehmen, die Menschenrechte verletzen, ebenfalls von der Finanzierung ausgeschlossen. Das gelte auch für Geld, das die Banken nicht als Darlehen vergeben, sondern selbst anlegen, beispielsweise in Aktien oder Anleihen. Auch Kirchenbanken gelten als Nachhaltigkeitsbanken. Für alle Banken gilt die Bankenaufsicht und auch die Einlagensicherung, die minimal 100.000 € absichert.

Girokonten können bei der GLS Bank und der Triodos Bank geführt werden. Finanztest gibt die Gebühren bei der GLS Bank mit 3,80 € pro Monat plus 5 € GLS-Beitrag an. Bei der Triodos Bank bezahlt man 4,50 € monatlich. Gebühren für eine Girocard oder eine Kreditkarte fallen zusätzlich an.

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Geringe Zinsen für Tagesgelder und Festgelder auch bei Öko-Banken

Die oben genannten Banken bieten laut Finanztest Tages- und Festgelder an. Die Zinsen sind entsprechend der allgemeinen Finanzmarktlage nicht hoch. So zahle die ProCredit Bank mit 0,1 % p.a. den höchsten Zins für das Tagesgeld. Auch beim einjährigen Festgeld führe die ProCredit Bank den Markt mit 0,4 % p.a. an (Stand Juli 2019).

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ETF führend in Nachhaltigkeit

Die börsengehandelten Investmentfonds namens ETF (englisch für exchange-traded fund) gelten als besonders klimafreundlich. Laut Finanztest gingen im Mai 2019 gemäß einer Studie des ETF-Anbieters Lyxor die Hälfte aller Gelder, die in ETF flossen, in nachhaltige Fonds. In Anbetracht des geringen Marktanteils grüner Geldanlagen sei das viel. Aktiv gemanagte Fonds seien jedoch aktuell noch klimafreundlicher als ETF.

Finanztest empfiehlt nachhaltig interessierten Anlegern als Basisanlage üblicherweise diese beiden ETF, die weltweit in Aktien investieren:

  • iShares DJ Global Sustainability Screened ETF
  • UBS MSCI World Socially Responsible ETF

Wer Wert auf eine bessere Klimabilanz lege und in ETF investieren wolle, habe folgende Alternative:

  • Amundi Global Low Carbon ETF

Wer gleichzeitig auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit setzen wolle, könne sich für aktiv gemanagte Fonds entscheiden. Als gut wird empfohlen:

  • Triodos Global Equities Impact


Kein Renditeverzicht bei nachhaltigen Geldanlagen

Auch wenn Anleger bereit wären, für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf einen Teil ihres Gewinns zu verzichten: Das muss nicht sein. Das Zinsniveau nachhaltiger Anlageformen liegt auf dem gleichen Niveau wie das konventioneller Anlagen. Laut Verbrauchererhebung der BaFin würden 38 Prozent der Befragten für nachhaltige Investments aber eine geringere Rendite in Kauf nehmen.

Die Sicherheit nicht aus dem Blick verlieren

Auch nachhaltige Anlagen garantieren keine 100-prozentige Sicherheit. Wer in Aktien oder Fonds investieren möchte, sollte sich grundsätzlich über den Hintergrund informieren und die Risiken unabhängig vom ökologischen Gesichtspunkt für sich bewerten. Von Bezeichnungen, die offensichtlich für Umweltschutz stehen, sollte man sich dabei nicht blenden lassen. Finanztest warnt vor nachhaltigen Anlagen, die ein Totalverlustrisiko bergen. Dazu würden Direktinvestments in Wald oder Beteiligungen an Wind- und Solaranlagen gehören. Auch bei hoch verzinsten Anleihen sollte man wachsam sein. Der Begriff der Nachhaltigkeit scheint allerdings Sicherheit zu suggerieren: Die Hälfte der Befragten der BaFin-Untersuchung verbindet nachhaltige Geldanlagen mit sicheren Geldanlagen, da Anleger gezielt in Unternehmen investierten, die zukunftsorientiert wirtschaften, während nur 26 Prozent diese Ansicht nicht teilen.

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Öko-Angebote auch bei regionalen Kreditinstituten

Wer sich bei seinen Geldanlagen auf Umweltschutz konzentrieren möchte, muss nicht gleich die Bank wechseln. Auch bei seinem Kreditinstitut vor Ort kann man sich nach „grünen“ Angeboten erkundigen. Das können beispielsweise Umwelt-, Klima- oder Öko-Sparbriefe sein. Aus den Erträgen finanzieren die Kreditinstitute für gewöhnlich nachhaltige Projekte vor Ort. Durch die aktuelle Zinsmarktlage können diese Angebote allerdings eingeschränkt sein.


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