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9 wichtige Tipps für Aktien-Anfänger

Die Börse ist für viele Sparer unbekanntes Terrain. Doch wer in Zeiten der Niedrigzinsen etwas aus seinem Geld machen möchte, kommt kaum noch daran vorbei. Mit etwas Übung und dem nötigen Hintergrundwissen können hohe Renditen erzielt und Risiken verringert werden.

  • Lesezeit ca. 3:30 Minuten
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  • 04.04.2019
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Mann surft mit Tablet im Internet
© goodluz/www.shutterstock.com

Die Zinsen für Sparbücher und Tagesgeldkonten gehen gegen Null. Teilweise geben Banken sogar Negativzinsen an ihre Kunden weiter, sodass diese unterm Strich fürs Sparen draufzahlen. Der Aktienmarkt wird deshalb auch für Privatanleger immer interessanter. Folgende Tipps sollten sie beachten.

Achtung: Der Aktienmarkt unterliegt Kursschwankungen, sodass der Verlust des angelegten Geldes immer möglich ist.

1. Nur Geld investieren, das frei verfügbar ist

Wer noch nie Geld an der Börse angelegt hat, glaubt oft fälschlicherweise, dass dafür hohe Beträge notwendig sind. Mit Wertpapier-Sparplänen können Kleinanleger jedoch schon ab 50 Euro im Monat starten. Wichtig ist dabei, dass sie nur Geld anlegen, das sie auch wirklich erübrigen können. Finanzielle Mittel für Lebenshaltungskosten, erforderliche Anschaffungen oder Notgroschen sollten nicht für Aktien genutzt werden. Wer zum Beispiel in fünf Jahren ein neues Auto kaufen möchte und dafür das Geld aus dem Aktiengeschäft benötigt, muss seine Papiere unter Umständen genau dann verkaufen, wenn die Aktie gerade im Minus steht. Wer das Geld hingegen nicht benötigt, kann solche Kursschwankungen aussitzen und Papiere erst dann verkaufen, wenn es sich auch lohnt.

2. Keinen heißen Tipps folgen

Immer wieder kursieren heiße Aktientipps. Einsteiger sollten ihnen nicht blind folgen. Denn den einen Tipp für ein erfolgreiches Investment gibt es am Aktienmarkt nicht. Zwar gibt es immer wieder regelrechte Kurs-Überflieger – doch auch sie unterliegen den Schwankungen am Aktienmarkt und können sich schnell in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Gut gemeinte Tipps von Kollegen, Freunden oder Fachleuten sollten deshalb immer kritisch hinterfragt werden.

3. Erst informieren, dann investieren

Grundsätzlich sollten Anleger sich vor jedem Aktienkauf gründlich informieren. Ähnlich wie beim Autokauf oder der Wohnungssuche ist es wichtig, zunächst die verfügbaren Angebote zu vergleichen und dann zu entscheiden, welches am ehesten infrage kommt. Anleger sollten deshalb vor dem Kauf alle relevanten Informationen zu verschiedenen Produkten sammeln und diese gegenüberstellen – und zwar ohne Zeitdruck.



4. Risiko breit streuen

Wer in Aktien investieren will, sollte nie alles auf eine Karte setzen. Oder, wie es unter Börsenexperten so schön heißt: „Lege nie alle Eier in einen Korb.“ Denn wenn dieser kippt, ist auf einen Schlag der gesamte Inhalt dahin. Genauso verhält es sich auf dem Aktienmarkt. Wer sein ganzes Geld einseitig anlegt, erhöht das Risiko des Totalverlustes. Anleger sollten ihr Risiko deshalb immer breit streuen, indem sie in mehrere Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Ländern investieren. Eine Faustregel besagt, dass das Kapital auf mindestens fünf und maximal zehn verschiedene Aktien verteilt werden sollte. Auf diese Weise wird das Risiko gestreut und die einzelnen Werte bleiben für den Privatanleger gleichzeitig überschaubar.

5. Order limitieren

Die Preise für Aktien schwanken nahezu jede Sekunde und werden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Wer eine bestimmte Aktie kaufen oder verkaufen möchte, rechnet auch mit einem festen Kurs. Diesen punktgenau zu erreichen, ist aufgrund der rasanten Schwankungen meist sehr unwahrscheinlich. Deshalb sollten Anleger einen limitierten Auftrag erstellen. Hiermit wird der eigene Broker beauftragt, bestimmte Wertpapiere nur zu einem festgelegten Höchstkurs zu kaufen bzw. nur zu einem Mindestkurs zu verkaufen. So wird verhindert, dass ein Kauf oder Verkauf gerade dann getätigt wird, wenn der Kurs enorm in die Höhe steigt oder in den Keller fällt.

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6. Stop-Loss-Marke setzen

Es bietet sich außerdem an, schon beim Kauf eine sogenannte Stop-Loss-Marke festzulegen. Dabei handelt es sich um ein Limit, das die eigenen Verluste begrenzt. Sollte das Limit unterschritten werden, verkauft der Broker das jeweilige Wertpapier automatisch. Wo genau die Stop-Loss-Marke angesetzt werden sollte, hängt vor allem von der Risikobereitschaft des Anlegers ab. Wer schon bei kleinen Kursschwankungen lieber aussteigen möchte, sollte die Stop-Loss-Grenze nahe am Kaufkurs ansetzen. Wer sich allerdings auch von großen Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen lässt und diese aussitzen möchte, kann einen größeren Abstand zum Kaufkurs wählen.

7. Gebühren reduzieren

Anleger, die selbstständig in Aktien investieren, können Gebühren sparen. Kunden von Filialbanken mit Beratungsangebot zahlen meist höhere Gebühren für Depotführung und Transaktionen. Bei Direktbanken ist die Depotführung in der Regel kostenlos und die Transaktionskosten sind geringer. Auch hier heißt es also: Angebote vergleichen und in Ruhe entscheiden. Denn die Gebühren wirken sich unmittelbar auf die Rendite der Geldanlage aus.

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8. Nicht gierig werden

Wer zum ersten Mal Kursgewinne verbuchen kann, kommt schnell in Versuchung, immer weiter auf steigende Kurse zu warten. Dabei laufen Anleger aber Gefahr, umso härter von einem möglichen Kursrückgang getroffen zu werden. Deshalb sollten Gewinne lieber etwas früher als zu spät realisiert werden. Es bietet sich an, nach einem Kursanstieg zumindest Teile des Aktienpakets zu verkaufen.

9. Aus Fehlern lernen

Wer in Aktien investiert, muss langfristig denken. Anleger sollten nicht allen aktuellen Prognosen und Kursschwankungen sofort mit Handlungen folgen. Bei der eigenen Geldanlage in Aktien kommt es immer auf die langfristige Perspektive über mehrere Jahre an. Trotzdem müssen Anleger ihr Depot stets überwachen und sich regelmäßig informieren. Im gleichen Zuge müssen sie sich auch eigene Fehler eingestehen. Um diese überhaupt zu erkennen und daraus lernen zu können, bietet sich ein Aktientagebuch an. Hier halten Anleger fest, welche Erwartungen sie an bestimmte Investments hatten. Später können sie dann prüfen, ob sie sich erfüllt haben. Das kann viele lehrreiche Aufschlüsse über das eigene Anlageverhalten ermöglichen.


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