Als Anlageform empfohlen: Das Pantoffel-Portfolio

Die Börse ist ein Handelsplatz, der vielen Einflüssen ausgesetzt ist. Die Kurse werden beeinflusst von wirtschaftlichen und politischen Ereignissen. In Zeiten extrem niedriger Zinsen bieten Aktien allerdings auch die größtmögliche Rendite. Wer sich nicht komplett dem Risiko starker Kursschwankungen aussetzen möchte, kann auf höhere Sicherheit setzen: Die Fachzeitschrift „Finanztest“ von Stiftung Warentest empfiehlt das sogenannte „Pantoffel-Portfolio“.

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  • 24.10.2019
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Hausschuhe
© reimoon0/pixabay.com

Hierbei sollen zwei Bausteine für Sicherheit sorgen – ein renditestarker Aktienfonds und sicheres Tagesgeld. Die prozentuale Verteilung ist dabei der Risikobereitschaft des Anlegers geschuldet.

Bequeme Vermögensvermehrung mit dem Pantoffel-Portfolio

Einfach, günstig und bequem – so beschreibt Finanztest sein Portfolio und hat es deshalb nach dem Hausschuh benannt. Bausteine sind ein breit streuender Aktien-ETF und Tagesgeld. Für das Pantoffel-Portfolio braucht man nicht viel – ein Tagesgeldkonto und ein Wertpapierdepot sind ausreichend. Der Abschluss ist online, aber auch in der Bankfiliale möglich. Der Mix aus Aktien und Zinsanlagen mache es laut Finanztest so interessant und solle die Risiken überschaubar halten. Über die eigene Risikobereitschaft sollte sich jeder Anleger vorher Gedanken machen und die Aufteilung seines Pantoffel-Portfolios entsprechend anpassen.

Lesen Sie auch: Worauf Sie beim Tagesgeldkonto achten müssen

Finanztest unterscheidet folgende Varianten:

Defensives Pantoffel-Portfolio für Vorsichtige

  • 25 % Aktien-ETF
  • 75 % Tagesgeld
  • Rendite 4,4 % jährlich

Ausgewogenes Pantoffel-Portfolio

  • 50 % Aktien-ETF
  • 50 % Tagesgeld
  • Rendite 5,3 % jährlich

Offensives Pantoffel-Portfolio für Risikobereite

  • 75 % Aktien-ETF
  • 25 % Tagesgeld
  • Rendite 5,8 % jährlich

Was sind eigentlich ETFs?

Indexfonds, sogenannte ETFs, können eine gute Alternative im Vergleich mit anderen Fonds sein. ETF steht für Exchange Traded Funds, es handelt sich dabei um eine Beteiligungsform an einem Fonds, der aus Anleihen verschiedener Unternehmen besteht und börsengehandelt wird. Ganz ohne Risiko ist das natürlich auch nicht. Positiv sind die Kosten: Die Gebühren sind zumeist deutlich günstiger als bei klassischen Fonds. Finanztest empfiehlt ETF, die weltweit investieren. So enthalte beispielsweise der Aktienindex MSCI World rund 1600 Unternehmen aus 23 Industrieländern.



Anlagebetrag kann flexibel gehandhabt werden

Ob Sparplan oder Einmalanlage: Der Aufbau des Pantoffel-Portfolios hängt vom einzusetzenden Betrag ab. Auch mit kleinen Summen könne man starten, empfiehlt Finanztest. 25 oder 50 € könnten monatlich in einen ETF-Sparplan investiert werden, manchmal gebe es die Startvariante sogar schon ab 10 €. Eine Änderung der Sparrate sei jederzeit möglich, auch die Zahlungsweise (monatlich/vierteljährlich) sei veränderbar. Unterbrechungen, Entnahmen oder zusätzliche Einzahlungen seien ebenfalls möglich. Eine Empfehlung lautet, den Sparplan mit Aktien nur dann abzuschließen, wenn man auf das eingezahlte Geld länger als 10 Jahre verzichten könne. Nur so könne ein möglicher Verlust vermieden werden. Die Einzahlungen der Sparrate können auf den ETF-Sparplan und das Tagesgeldkonto aufgeteilt werden.

Wer eine größere Summe zur Verfügung habe, könne diese auch komplett in das Portfolio stecken. Dafür werde eine Börsenorder erteilt, um entsprechende ETF-Anteile zu kaufen.

Einmal im Jahr die Aufteilung prüfen

Zur Risikominimierung sollte man einmal im Jahr die Aufteilung seines Pantoffel-Portfolios überprüfen. Wenn der Aktienanteil um mehr als 10 Prozentpunkte von der anfänglich gewählten Aufteilung abweiche, solle man überprüfen, ob eine Anpassung nötig sei. Auch wenn es an den Börsen turbulent zugehe, solle man ein Auge auf seine Anlage haben. Mehr Aufmerksamkeit fordere das Pantoffel-Portfolio allerdings nicht, meint Finanztest.

Auch als Entnahmeplan mit regelmäßigen Auszahlungen möglich

Über einen Zeitraum von 30 Jahren monatlich eine Zusatzrente erhalten? Das klingt verlockend. Möglich soll das laut Finanztest mit dem Auszahlplan aus dem Pantoffel-Portfolio, der sogenannten Pantoffel-Rente, sein. Wer Kapital habe, eine Zusatzrente wünsche und Lust habe, sich darum zu kümmern, könne sich diese zusätzliche Rente selber aufbauen. Der Vorteil liege in der Ausschöpfung der Chancen des Aktienmarktes und der gleichzeitigen Absicherung gegen Kurseinbrüche. Auch eine – wenn auch wohl in ferner Zukunft liegende – mögliche Zinserhöhung könnten Anleger dank der Mischung aus Aktien-ETF und Tagesgeld mitnehmen. Finanztest empfiehlt eine Festlegung auf 30 Jahre und eine großzügige Kalkulation über die statistische Lebenserwartung hinaus. Eine Garantie auf eine lebenslange Auszahlung gebe es allerdings nicht.

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